Für die Stadtidentität von Ingolstadt – GRÜNE für Erhalt der Fresken im Georgianum

Im Georgianum soll im Bereich der ehemaligen Kapelle St. Peter und Paul ein Veranstaltungsraum entstehen. Bei der Vorbereitung für die Sanierung wurden in der Kapelle bisher unbekannte Fresken entdeckt. Die stadthistorisch und kunstgeschichtlich wohl bedeutsamen Wandmalereien stammen aus der Bauzeit des Georgianums.

Solche Funde sind ein Glücksfall für die Stadtidentität von Ingolstadt – und damit für das kulturelle Erbe ihrer Bürgerinnen und Bürger. Hier ist Stadtgeschichte ganz unmittelbar zu erleben. Die GRÜNEN sprechen sich deshalb für die Freilegung, Erhaltung und Präsentation der Fresken aus. Das ist technisch umsetzbar, aber nur bei einer entsprechenden finanziellen Förderung möglich.

Die GRÜNEN-Stadtratsfraktion beantragt deshalb, die Fresken im Nutzungskonzept mit zu planen. Auch wenn die heutigen Vorgaben für eine moderne Bauplanung nur einen Teilerhalt der Fresken erlauben, sollten wir diese als hochwertig eingestuften Wandmalereien sichtbar machen und präsentieren.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Ingolstadt, 27. November 2018

Historische Fresken im Georgianum

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

folgender Antrag ist ein Zusatzantrag zu V0973/18 Projektgenehmigung Sanierung Georgianum für die Sitzung des Finanzausschusses am 29.12.18 und des Stadtrates am 4.12.2018.

Im Georgianum soll nach der Sanierung im Bereich der ehemaligen St.-Peter-und-Paul-Kapelle ein Veranstaltungsraum entstehen. Während der vorbereitenden Maßnahmen wurden in der Kapelle bisher unbekannte, hochwertige Fresken entdeckt, die zeitlich der Bauphase des Georgianums zugeordnet werden. Eine großzügige Freilegung der Wandmalereien sei „finanziell nur bei entsprechender Förderung umsetzbar“, so die Projektgenehmigung der Verwaltung und INKoBau. Die Freilegung und Präsentation dieser stadthistorisch und kunstgeschichtlich wohl bedeutsamen Fresken ist also technisch möglich.

Stadtidentität | Für die künftige Nutzung des Georgianums können diese Fresken, neben dem Dokumentenkonzept, ein wichtiger Bestandteil werden. Sie machen die Entstehungszeit sowie die Geschichte des Hauses und der Stadt direkt ablesbar, an ihrem ursprünglichen Entstehungsort. Da sie – ganz oder teilweise – im öffentlich genutzten Veranstaltungsraum sichtbar wären, macht ihre Präsentation sie auch zu einem Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger.

Bürgerengagement | Der Erhalt solcher wertvollen Zeugnisse der Vergangenheit sind bestens geeignet für finanzielles Bürgerengagement. Für das Georgianum soll dargestellt werden in welchem Umfang und wie sich der Erhalt und die Präsentation der Wandmalereien technisch und finanziell umsetzen ließe. Die Entscheidung ist in den Stadtratsgremien zu beraten, die INKoBau soll entsprechend beauftragt werden. Der Zeitpunkt ist insofern günstig, als dieses historische Erbe im Rahmen des Vorprojektes festgestellt wurde und so noch in die Überlegungen aufgenommen werden kann. Die gute Zusammenarbeit der städtischen INKoBau mit der Denkmalpflege ist ausdrücklich positiv hervorzuheben. Es ist notwendig die Entscheidung durch einen Ortstermin zu unterstützen, an dem Stadtratsmitglieder sowie die Aufsichtsräte der INKoBau teilnehmen können.

Wir stellen daher folgenden Zusatzantrag zur Projektgenehmigung Georgianum:

  • Für die Entscheidung über den Erhalt und die Freilegung der Fresken im Bereich der ehemaligen St.-Peter-und-Paul-Kapelle wird durch eine detaillierte Darstellung zum Umfang des Bestandes, seiner Qualität sowie der historischen und kunstgeschichtlichen Bedeutung vorbereitet.
  • Es wird in den Stadtratsgremien beraten, wie die Freilegung und Präsentation der historischen Fresken umgesetzt werden kann, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wie sich dies mit der geplanten Raumnutzung vereinbaren lässt.
  • Die INKoBau wird beauftragt entsprechende Untersuchungen durchzuführen und die Ergebnisse, gegebenenfalls in einem Gutachten, darzustellen. Die Kosten sollen mit den jeweiligen Alternativen und der möglichen öffentlichen Förderung dargestellt werden.
  • Die Sanierung des Georgianums wird von einem großen Bürgerengagement begleitet. So soll auch der Förderverein Georgianum, der eine finanzielle Beteiligung grundsätzlich zugesagt hat, einbezogen werden.

Die bisher gute Zusammenarbeit der INKoBau mit der Denkmalpflege möchten wir ausdrücklich positiv erwähnen und hoffen auf weiterhin positive Begleitung bei der Abwägung.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Kleine (Fraktionsvorsitzende), Barbara Leininger, Christian Höbusch, Dr. Christoph Lauer

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